Eine Aktie mit einem Kurs von 8 € muss nicht günstiger bewertet sein als eine Aktie für 80 €. Die Unternehmen können unterschiedlich viele Aktien ausgegeben haben. Ein Vergleich allein anhand des Stückpreises lässt diesen Unterschied weg.
Zwei fiktive UnternehmenUnternehmen A hat 100 Millionen Aktien zu je 8 €. Unternehmen B hat 5 Millionen Aktien zu je 80 €. Der rechnerische Börsenwert beträgt bei A 800 Millionen €, bei B 400 Millionen €. Obwohl eine Aktie von A weniger kostet, ist der gesamte Börsenwert in diesem Beispiel höher.
Die Rechnung sagt noch nichts darüber, welches Unternehmen rentabler ist, höhere Schulden hat oder besser zu einer bestimmten Fragestellung passt.
Vom Kurs zum eigenen Rechenergebnis
Für eine einzelne Transaktion sind andere Zahlen nötig: Wie viele Aktien wurden gekauft? Zu welchem Preis erfolgte die Ausführung? Welche Kosten wurden beim Kauf und beim Verkauf berechnet? Ein angezeigtes Kursplus ist deshalb nicht dasselbe wie das Ergebnis auf einer Abrechnung.
| Annahme | Rechnung | Ergebnis |
|---|
| Kauf von 20 Aktien zu 25 € | 20 × 25 € | 500 € Kaufwert |
| Verkauf zu 27 € | 20 × (27 € − 25 €) − 12 € Gebühren | 28 € vor Steuern |
| Verkauf zu 24 € | 20 × (24 € − 25 €) − 12 € Gebühren | −32 € vor Steuern |
Frei gewählte Übungswerte; vollständiger Verkauf, keine Dividenden oder weiteren Kosten.
Beide Verkaufspreise sind Annahmen. Die Gegenüberstellung hilft dabei, ein positives und ein negatives Ergebnis mit derselben Ausgangslage zu vergleichen. Sie zeigt keine erwartete Kursentwicklung.
Eine Order ist ein Auftrag an den Broker. Je nach Orderart enthält sie unterschiedliche Bedingungen. Der zuletzt angezeigte Kurs muss nicht der spätere Ausführungspreis sein.
| Orderart | Bedingung | Wichtige Grenze |
|---|
| Market | Ausführung zum verfügbaren Marktpreis. | Der konkrete Ausführungspreis ist nicht festgelegt. |
| Limit | Beim Kauf höchstens das Limit; beim Verkauf mindestens das Limit. | Die Order kann ganz oder teilweise unausgeführt bleiben. |
| Stop | Beim Erreichen des Stop-Preises wird eine Market-Order ausgelöst. | Der Stop-Preis ist kein garantierter Ausführungspreis. |
Beispiel: Eine Kaufgrenze von 39 €Eine fiktive Aktie wurde zuletzt zu 40 € gehandelt. Eine Kauf-Limit-Order bei 39 € legt fest, dass Sie höchstens 39 € je Aktie zahlen möchten. Bleibt ein passendes Verkaufsangebot aus, kommt der Kauf nicht zustande. Eine Market-Order setzt diese Preisgrenze nicht.
Begriffsgrundlage: Investor.gov – Types of Orders (Englisch).
Gebühren fallen auch dann ins Gewicht, wenn sich ein Kurs kaum bewegt. Bei 20 Aktien und insgesamt 12 € Gebühren muss der Verkaufspreis in diesem einfachen Modell um 0,60 € je Aktie über dem Kaufpreis liegen, damit das Ergebnis vor Steuern null ist.
Formeln: Kaufwert = Stückzahl × Kaufpreis. Ergebnis = Stückzahl × (Verkaufspreis − Kaufpreis) − Gebühren. Gewinnschwelle = Kaufpreis + Gebühren ÷ Stückzahl. Das Modell gilt für einen einfachen Kauf und vollständigen Verkauf ohne Kredit oder Hebel. Steuern, Dividenden, Wechselkurse, laufende Gebühren und andere Kosten bleiben unberücksichtigt.
Prüfen Sie bei einem Gebührenvergleich, ob Sie nur die Ordergebühr oder auch weitere Entgelte vergleichen. Der Rechner ersetzt keine Abrechnung und keine Prüfung der Konditionen Ihres Anbieters.
Weiterlesen: Investor.gov – Understanding Fees (Englisch).
Eine Schlagzeile kann richtig sein und trotzdem nur einen kleinen Teil der Entwicklung beschreiben. Für ein Gespräch über ein Unternehmen lohnt es sich, zuerst die verwendeten Zahlen und den Zeitraum aufzuschreiben.
Fiktive Meldung aus einem HalbjahresberichtEin Unternehmen meldet 120 Millionen € Umsatz nach 100 Millionen € im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sinkt das operative Ergebnis von 10 auf 6 Millionen €. Der Umsatz wächst um 20 %, die operative Marge sinkt rechnerisch von 10 % auf 5 %.
Die Umsatzschlagzeile allein hätte die schwächere Ergebnisentwicklung nicht gezeigt. Aus diesen wenigen Zahlen lässt sich dennoch keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ableiten.
- Den Vergleichszeitraum prüfenGeht es um ein Quartal, ein Halbjahr oder das gesamte Jahr? Werden gleich lange Zeiträume verglichen?
- Die Kennzahl genau benennenUmsatz ist nicht Gewinn. Notieren Sie, welche Ergebnisgröße verwendet wird und ob das Unternehmen sie bereinigt darstellt.
- Die Erklärung im Original suchenWelche Gründe nennt der Bericht? Trennen Sie die Zahlen von der Erklärung des Unternehmens und von Kommentaren Dritter.
- Offene Fragen stehen lassenWenn eine Zahl fehlt, ist „noch nicht bekannt“ eine bessere Notiz als eine unbelegte Vermutung.
Eine konkrete Frage für die Gruppe wäre: „Der Umsatz wächst, aber die Marge sinkt. Welche Angaben im Bericht helfen, den Unterschied zu erklären?“ Damit lässt sich gezielter arbeiten als mit der Frage, ob die Aktie morgen steigen wird.
Streuung verteilt eine Anlage auf unterschiedliche Positionen. Wenn diese jedoch von ähnlichen Entwicklungen abhängen, können sie sich gleichzeitig ungünstig entwickeln. Streuung beseitigt das Verlustrisiko nicht.
Mehrere Namen, ähnliche Abhängigkeit
Drei fiktive Unternehmen verkaufen ähnliche Produkte an dieselbe Branche. Eine schwächere Nachfrage in dieser Branche könnte alle drei betreffen.
Unterschiedliche Tätigkeiten, gemeinsame Risiken
Auch Unternehmen aus verschiedenen Branchen können auf dieselbe allgemeine Wirtschaftslage reagieren. Unterschiedliche Namen allein sind kein Schutz.
Für ein Lernbeispiel können Sie zu jeder Position notieren, womit das Unternehmen sein Geld verdient und von welchen Kunden, Regionen oder Rohstoffen es abhängt. So werden Gemeinsamkeiten sichtbar, die in einer reinen Liste von Aktiennamen fehlen.
Begriffsgrundlage: Investor.gov – Diversification (Englisch).
Ein Verlust und die anschließende Erholung sind nicht symmetrisch.
Fällt ein fiktiver Wert von 100 € auf 80 €, entspricht das einem Rückgang um 20 %. Um von 80 € wieder auf 100 € zu kommen, ist anschließend ein Anstieg um 25 % nötig. Der Ausgangswert der zweiten Prozentrechnung ist kleiner.
Rechnung zum NachvollziehenRückgang: (80 − 100) ÷ 100 = −20 %. Erholung: (100 − 80) ÷ 80 = +25 %. Die Zahlen beschreiben lediglich zwei angenommene Preise und keinen zukünftigen Verlauf.
Beschreiben Sie zunächst eine Frage. Statt „Ist die Aktie gut?“ hilft zum Beispiel: „Im Bericht werden zwei unterschiedliche Gewinnzahlen genannt. Welche Kosten sind jeweils enthalten?“
- Kaufwert
- In unseren Rechnungen: Stückzahl mal Kaufpreis, zunächst ohne Gebühren. Bei 20 Aktien zu 25 € sind das 500 €.
- Verkaufswert
- Stückzahl mal Verkaufspreis. Dieser Betrag ist noch kein Gewinn, weil Kaufwert und Kosten fehlen.
- Gewinnschwelle
- Hier der Verkaufspreis, bei dem das Ergebnis nach den eingegebenen Gebühren null ist. Steuern bleiben im Modell außen vor.
- Szenario
- Eine bewusst gewählte Annahme zum Durchrechnen. Im Rechner verwenden wir −10 %, 0 % und +10 %; keine erwarteten Kursziele.
- Vergleichszeitraum
- Der Zeitraum, auf den sich eine Veränderung bezieht. Ein Halbjahreswert sollte nicht unbemerkt mit einem Jahreswert verglichen werden.
- Operative Marge
- Im Lesebeispiel: operatives Ergebnis geteilt durch Umsatz. Die genaue Definition der Ergebnisgröße ist im jeweiligen Bericht zu prüfen.
Die Gruppe richtet sich an Menschen, die sich mit Aktien beschäftigen möchten. Sie brauchen keine fertige Analyse, um eine Frage zu stellen. Ein Begriff aus einem Artikel oder eine Unklarheit in einer Rechnung kann bereits ein Thema sein.
Erst lesen, dann entscheiden
Sie können alle Inhalte, den Rechner und das Arbeitsblatt auch ohne Gruppenbeitritt nutzen.
Keine Kursversprechen
Aus den Lernbeispielen und Gruppenbeiträgen ergibt sich keine Garantie für eine bestimmte Entwicklung einer Aktie.
Ist der Gruppenbeitritt kostenlos?
Ja, der Beitritt zur Aktiengruppe ist kostenlos. Auch die Lerninhalte und Werkzeuge auf dieser Seite können Sie ohne Anmeldung nutzen.
Ist diese Seite nur für erfahrene Anleger?
Nein. Die Beispiele beginnen mit einfachen Rechnungen und Begriffen. Sie können den Inhalt in Ihrer eigenen Reihenfolge lesen.
Empfiehlt die Seite bestimmte Aktien?
Nein. Die Unternehmen und Preise in den Beispielen sind fiktiv. Es gibt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines bestimmten Wertpapiers.
Was berücksichtigt der Rechner nicht?
Unter anderem keine Steuern, Dividenden, Währungseffekte, laufenden Kosten oder Kredit- und Hebelwirkungen. Er verarbeitet nur die eingegebene Stückzahl, zwei Preise und einen Gesamtbetrag für Gebühren.
Warum zeigt das unveränderte Kursszenario einen Verlust?
Wenn Kauf- und Verkaufspreis gleich sind, ist die Kursdifferenz null. Die eingegebenen Gebühren werden trotzdem abgezogen. Bei 12 € Gesamtgebühren ergibt sich daher −12 €.
Werden meine Notizen gespeichert oder an die Gruppe gesendet?
Nein. Die Eingaben bleiben auf dieser geöffneten Seite. Erst wenn Sie die Textdatei herunterladen, erhalten Sie eine eigene Kopie. Es wird nichts automatisch an eine Gruppe gesendet.
Woher stammen die Begriffsgrundlagen?
Bei Orderarten, Gebühren und Streuung finden Sie Links zu Investor.gov, dem Informationsangebot der US-amerikanischen SEC. Die Quellen erläutern allgemeine Konzepte. Sie ersetzen keine Prüfung der Bedingungen Ihres Brokers oder lokaler Vorgaben.
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Die Akademie für Aktienmarkt stellt hier einen Einstieg in das Lesen und Besprechen von Aktieninformationen bereit. Die Texte verbinden Begriffsgrundlagen mit eigens zusammengestellten Lernbeispielen. Die Rechnerausgaben entstehen aus den eingegebenen Werten.
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Allgemeine Bildungsinhalte, keine individuelle Anlageberatung. Aktien können an Wert verlieren. Die Beispiele bilden nicht sämtliche Kosten und Risiken ab.